Mein Aufsatz “Enabling-Technologien zwischen #Normalität und #Enhancement: 3D-gedruckte Prothesen für Kinder von Maker*innen” ist erschienen. Infos hier:

Auszug aus der Einleitung:

Enabling-Technologien wird nachgesagt, dass sie den Sektor, in dem sie jeweils eingesetzt werden, radikal innovieren, was – auch in Kombination mit anderen Technologien – für Anwender*innen die Steigerung von Leistung und Fähigkeiten bedeutet. Zu diesen Technologien gehört bspw. der 3D-Drucker (Berman 2012), der die Medizintechnik bereits revolutioniert hat. Denn mit dem 3D-Drucker werden Möglichkeiten des Ausruckens von u. a. Ersatzteilen für den Körper, z. B. eine Hand- oder Beinprothese, ermöglicht. Sie zählen daher zu den „ermöglichenden Technologien“, die, wie der Name schon sagt, etwas ermöglichen sollen. Was sie allerdings ermöglichen (sollen), wird von den jeweiligen Akteur*innen unterschiedlich gedeutet und ist somit perspektivenabhängig. Dies ist z. B. auch bei den Prothesen der Fall, die das Maker*innen-Netzwerk „e-NABLE“ für Kinder mit Fehlstellungen an der Hand im 3D-Verfahren kostenlos anfertigt. Während diese Maker primär durch die individuelle Gestaltung mit z. B. Superheld*innen ein Mehr für Kinder anstreben, möchten die Familien/Eltern durch die Prothese hingegen oft Normalität für ihr Kind erreichen. Die Prothese und deren Bedeutung wird dementsprechend im Spannungsfeld Normalität und Enhancement umkämpft.

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Der folgende Beitrag zeigt anhand einer Analyse Entstehung und Entwicklung des e-NABLE-Netzwerks und diversen – auch bionischen – Prothesenmodellen für Kinder aus dem 3D-Drucker sowie aus einer teilnehmenden Beobachtung in Maker*innen-Labs und -gruppen, dass die Prothesenentwicklung für Kinder eher durch das Enhancement als durch (den Wunsch nach) Normalität charakterisiert ist und dies von den Anbietern aus unterschiedlichen Gründen so forciert wird.


Şahinol, M. (2020). Enabling-Technologien zwischen Normalität und Enhancement: 3D-gedruckte Prothesen für Kinder von Maker*innen. In M. C. Bauer & L. Deinzer (Eds.), Bessere Menschen? Technische und ethische Fragen in der transhumanistischen Zukunft (pp. 159-182). Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg.

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-61570-6_9